
Mensch
(aus Mysterien der Seele, F.Hartmann Brevier,
Herausgegeben von K.O.Schmidt).
Es gibt drei Arten
von Menschen:
1) die tierhaften Menschen, für die die sinnlichen Genüsse und die
Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse und Begierden das Höchste sind.
Sie sehen an ihresgleichen nur das Körperliche, das gepflegte wird, während
ihr gedankliches und seelisches Leben in der Entwicklung zurückbleibt und
das geistig-göttliche noch latent ist.
2) die Verstandesmenschen, die nichts Höheres kennen als die Ausbildung und
Nutzung ihres Intellekts. Bei ihnen ertötet das viele Wissen leicht das
Gewissen; das Gehirn wird überfüttert, während die Seele verkümmert.
3) Die Geistmenschen, die nach dem höheren, göttlichen Leben streben, nach
Selbst-Erkenntnis, Erleuchtung und Vollendung. Sie erlangen, was
nur-intellektuelle Forscher vergeblich suchen.
Der Mensch besteht aus drei Bewusstseinsreichen oder Wesensschichten:
1) Der äussere Mensch, das Ichbewusstesein der Persönlichkeit, das an den
Körper gebunden und von den wechselnden Eindrücken, die er aufnimmt,
abhängig ist. Er ist Sitz und Kampffeld der Begierden, Instinkte und
Leidenschaften.
2) Die Seele als träger der Individualität; sie ist der Sitz der psychischen
Kräfte, Fähigkeiten und Eigenschaften. Sie wird auch der "innere Mensch"
genannt.
3) Der Geist, der "allerinnerste Mensch". Er ist der von Raum, Zeit und
Körperlichkeit unabhängige unvergänliche göttliche Wesenskern, die
Individualität, das Selbst oder "Christus in uns, der "Sohn" oder das
Ebenbild Gottes.
Für den Geist sind Körperbewusstsein und Persönlichkeit nur das Haus, das er
während seines Erdendaseins bewohnt. Er darf aber nicht in den Körper
eingeschlossen und darin begrenzt werden, sondern wie ein Baum im Erdreich
wurzelt, aber mit dem Stamm, Zweigen und Blättern und Blüten über der Erde
lebt und in den Himmel ragt, so wurzelt der Geist im Körper, ist aber
zugleich ein Himmelsbewohner.
Aufgabe und Ziel des äusseren Menschen, der Persönlichkeit, ist es, sich
über den inneren mit dem allerinnersten, seinem Selbst zu vereinigen. Das
bedeutet den Übertritt aus der Vergänglichkeit in die Unverweslichkeit des
Geistes. Hier, im Geist, findet er die stille Ewigkeit Gottes, dem er näher
steht als alle Kreaturen.
Der Mensch als Ganzes ist das edelste Wesen auf unserm Planteten, weil er
einen Funken des göttlichen Urfeuers in sich trägt, der ihn in Harmonie mit
dem Unendlichen erhält- soweit er dessen bewusst ist.
