| Die Verwandlung des Blutes 9 |
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(aus Fledermäuse , Erzählungen, Fragmente und Aufsätze, Herausgegben von Eduard Frank) |
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von Gustav Meyrink |
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|
Allgemein
bekannt ist
heute
die
Gesellschaft
der Christian
Scientisten.
Ihre Gründerin,
die
Amerikanerin
Mrs.
Baker
Eddy,
berief
sich
auf die
Bibel,
als
sie
lehrte,
es
gäbe
gar
keine
Krankheiten
- der
Mensch
bilde
sie
sich
nur ein.
Die
beständige
Zunahme der
Gesellschaft an
Zahl
der Mitglieder
könnte
darauf
schließen
lassen,
dass
bisweilen
tatsächlich
Heilerfolge eintreten,
wenn
man Mrs.
Eddys
Anleitung
befolgt.
Bei
Licht betrachtet
ist
die
Theorie
der Mrs.
Eddy nicht
viel anders
als
eine verkrüppelte
Vedantaanschauung.
Coué
hat
den
Fehler
begangen,
das
Unterbewusstsein im
Menschen
mit
Du
statt, wenn
überhaupt
anzureden,
»Ich«
zu nennen;
die
Eddy,
wie
fast
alle Anglosächsinnen,
nicht
loszukriegen
vom Theismus,
beruft
sich
auf den
Lieben
Gott,
dessen
Absichten sie
natürlich
vollkommen
durchschaut
hat als
forsche Amerikanerin, und,
auf
seinen
Willen gestützt,
predigt
sie
das
Wegdenken
von Krankheiten.
Sie redet
also
gewissermaßen
das Unterbewusste
im
Menschen
mit
Gott
an.
Auch
hier
wieder
die
Verwässerung
der
Yogalehre! Und die
Folge?
Bei
dem einen
wirkt
die Methode,
beim
andern
versagt
sie.
je
nachdem
er
stark
oder
schwach
schizophren ist.
Bei mir
persönlich
hat
sie
gewirkt
und versagt
zugleich.
Im Jahre
1900
hatte
mich gewissermaßen
zur
Feier
der
Jahrhundertwende
eine
Rückenmarkserkrankung
scheußlichster Art
befallen.
Ich
glaube
noch
heute,
dass
ich
sie
den mir
im Innersten
so
gegen
den
Strich
gehenden
Übungen des
»J ...
« zuzuschreiben
hatte.
Die
Ärzte,
darunter
Krafft
Ebing, Professor
Arnold
Pick,
kurz
die
namhaftesten
Gelehrten
derartiger
Leiden,
hatten
Erb’sche
Spinalparalyse
der
Rückenmarkshäute
im Lenden
gebiet
festgestellt.
Drei
Jahre
später
waren
die
Symptome
zwar
ein
wenig
zurückgegangen,
aber immerhin
war
ich beim
Gehen
derart
behindert,
dass
ich
mich
nur
mühsam
mit
Hilfe
zweier
Stöcke
fortbewegen
konnte.
Lange Zeit
hindurch
hatte
ich
versucht,
die
Vorschriften und
Anleitungen
der Christian
Scientisten
zu befolgen,
um mein
Leiden
los
zu werden.
Vergebens.
Da,
eines
Nachts, ging
ich allein
nach
Hause
in meine
damalige
Wohnung
in Zizkov
bei
Prag,
die
am
Ende
einer
steil aufwärts
führenden
Straße
lag.
Der Weg
war
mit
Glatteis derart
überzogen, dass
ich nur
mit äußerster
Mühe,
mich
an den
Häusermauern
wetzend,
Schritt
vor
Schritt
vorwärts
klimmen
konnte.
Ich
blieb
stehen
und verzweifelte
schon
daran,
in
dieser Dunkelheit mein
Ziel
erreichen
zu
können,
da erinnerte
ich
mich
plötzlich
an das
Wegdenken
des
Übels,
wie
es
die
Scientisten
lehren. Ich
machte
ohne die
geringste
Hoffnung
auf
Erfolg
die betreffende Übung,
als ich mit
einemmal ein Lebendigwerden
meiner
Füße, die
mir damals
seit drei
Jahren
wie abgestorbene
Klumpen
an den
Gelenken
hingen,
spürte.
Eine
Minute
darauf
war
ich,
wie
mir
schien,
vollkommen gesund.
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